1,35 Millionen Euro für Mannheimer Öko-Projekt

Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel gibt Bundesförderung für Biotopschutz, Mikroklima und Aufenthaltsqualität in der Feudenheimer Au bekannt

„Die Feudenheimer Au wird zu einem Modellprojekt des Bundes zur Klimaanpassung in urbanen Räumen. Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in dieser Woche beschlossen“, teilt der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel (CDU) mit. „Ich freue mich, dass auf diesem Wege 1,35 Millionen Euro Bundesfördermittel in den Grünzug Nordost in Mannheim fließen. Damit kann die naturnahe Neugestaltung von Flächen im Umfeld des geplanten Au-Gewässers im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Gleich drei Ziele werden mit Hilfe der Bundesmittel erreicht: Verbesserung der örtlichen klimatischen Situation, Aufwertung von Biotopen für mehr Artenschutz und eine nachhaltige Erhöhung der Aufenthaltsqualität über die Bundesgartenschau hinaus“, so Löbel.

Der Bundestagsabgeordnete und Mannheimer Stadtrat erklärt: „Das geplante, etwa 1,5 Hektar große Gewässer in der Au ist umstritten, aber als integraler Bestandteil des neuen Grünzugs Nordost wird es bis zur Bundesgartenschau angelegt sein. Mir ist wichtig, dass nicht einfach nur eine Wasserfläche mit eher geringem Mehrwert angelegt wird, sondern dass die damit verbundenen Potenziale für die Schaffung beziehungsweise Aufwertung standorttypischer Biotope, für die Verbesserung des Mikroklimas und nicht zuletzt für die Aufenthaltsqualität für alle Mannheimerinnen und Mannheimer gehoben werden. Deshalb habe ich in Berlin für die finanzielle Unterstützung der Pläne für die Au geworben. Ich freue mich, dass wir mit dem Bundesprogramm für die Klimaanpassung in urbanen Räumen einen Topf gefunden haben, aus dem wir in Mannheim nun ein ganzes Maßnahmenpaket für die Feudenheimer Au finanzieren können.“

Im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Bundesförderung für die ökologische Aufwertung im Umfeld des neuen Au-Gewässers appelliert Nikolas Löbel an die Verantwortlichen, die vorgesehenen Baumfällungen am Au-Hochgestade kritisch zu hinterfragen: „Es ist schwer vermittelbar, dass wir mit Bundesmitteln Bäume in der Au pflanzen, während wir einen Steinwurf entfernt erheblich in gewachsene Biotopstrukturen eingreifen. Eine neue Zusammensetzung von Baumarten an der Gestadekante sollte nach und nach mit Bedacht erfolgen. In Kombination mit den neuen Biotopen rund um das Au-Gewässer kann auf diese Weise etwas Neues und Hochwertigeres entstehen“, so Löbel abschließend.

 

Hintergrund

Im Landschaftsschutzgebiet Feudenheimer Au sollen künftig eine lockere Baumgruppe im südwestlichen Bereich des neuen Au-Sees, eine Ufervegetation aus Hochstauden sowie artenreiche Mähwiesen für ökologische Vielfalt sorgen. Eine Plattform am südöstlichen Ufer soll den direkten Zugang zur Wasserfläche eröffnen und zum Aufenthalt einladen. Das Umfeld des Au-Gewässers wird naturnah gestaltet, um dem geplanten rund 1,5 Hektar großen Wasserkörper, der in Strahlungsnächten keinen Beitrag zur Kaltluftbildung liefert, kaltluftproduzierende Grünflächen (Hochstaudenfluren, Mähwiesen) gegenüber zu stellen. Auch der Bereich mit Ufer- und Augehölzen trägt zur lokalen Kaltluftbildung bei. Die davon ausgehenden Mikrozirkulationen zwischen kühlen Schattenbereichen und warmen, besonnten Wiesenflächen sind Fachleuten zufolge als bioklimatisch als vorteilhaft zu bewerten. Durch die Schattenwirkung und die Verdunstungsleistung bleibt der Bestandsraum kühl. Auch in den Nachtstunden bildet sich im Kronenraum effektiv Kaltluft, die in den Stammraum abfällt und dort zur Intensivierung der nächtlichen Abkühlung beiträgt. Die Biotopstrukturen – Hochstaudenfluren, Mähwiesen, Ufer- und Augehölze – sollen durch einen Fledermausturm am Rande der lockeren Baumgruppe bereichert werden. Der Turm soll zwei voneinander getrennte Quartiere beinhalten, um unterschiedliche Fledermausarten anzusprechen. Fledermäuse orientieren sich gerne an linearen Elementen in der Landschaft, was durch das Hochgestade im unmittelbaren Umfeld des Au-Gewässers gegeben ist. Um das Au-Gewässer soll ein Rundweg angelegt werden, der Teil eines geplanten Au-Erlebnispfades ist.

Pressemitteilung vom 19. November 2020