Dank und Anerkennung für die Arbeit der Mannheimer Tafeln

Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel informierte sich bei den Tafeln von Caritas und DRK

Bei einem Besuch bei den Caritas-Tafel aus dem Waldhof und beim Logistik-Zentrum der DRK-Tafeln in der Metropolregion Rhein-Neckar hat der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel (CDU) den vielen haupt- und noch mehr ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern seinen Dank und seine Anerkennung ausgesprochen.

„Was bei den vier Tafeln in unserer Stadt für bedürftige Menschen geleistet wird, ist aller Ehren wert“, sagte Löbel am Montag, 5. März. Der Abgeordnete und Mannheimer Stadtrat nahm die aktuelle, bundesweite Berichterstattung über die Tafeln zum Anlass, sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen, einmal mit anzupacken und mit den Verantwortlichen über die Entwicklungen und Herausforderungen der Tafeln zu sprechen. Löbel nahm Anregungen mit, wie die Arbeit der Tafeln erleichtert werden könnte. Nach den Gesprächen vor Ort resümierte er: „Aufgabe der Politik muss es sein, für gute Rahmenbedingungen für die Arbeit der Tafeln zu sorgen – hier sind Bundes- wie Kommunalpolitik gefragt. Aber wir müssen auch mehr gegen Armut und insbesondere Altersarmut tun, so dass weniger Menschen auf die Tafeln angewiesen sind.“

Die vier Tafeln in Mannheim – eine von der Caritas auf dem Waldhof, je eine vom DRK auf der Schönau, der Rheinau und in der Neckarstadt-West – versorgen zusammen rund 2.600 Menschen. Während die Tafel auf dem Waldhof von etwa 600 Kundinnen und Kunden frequentiert wird, sind es im Stadtteil Schönau fast 700, in Rheinau rund 600 und in der Neckarstadt-West mehr als 800. Die Tafeln geben Lebensmittel – vor allem Obst und Gemüse, in kleinerem Umfang auch Fleisch, Wurst, Getränke, Fertig- und Molkereiprodukte – an Menschen ab, die ihre Bedürftigkeit zuvor nachgewiesen haben. Dafür genügen in der Regel behördliche Bescheide wie Leistungsbewilligungen nach SGB II („Hartz IV“). Wer sodann einen entsprechenden, befristeten Ausweis ausgestellt bekommt, ist Tafel-Kunde.

Die Lebensmittel sind Spenden des Einzelhandels, der sich so die Entsorgung spart von nicht mehr verkaufsfähigen Produkte, wie welkes Obst oder Gemüse, oder solcher Ware, deren Mindesthaltbarkeits- oder Verfallsdatum kurz bevorsteht. Diese Spenden werden von den Tafeln in ausgeklügelter Logistik abgeholt, von vielen, vielfach freiwilligen Helferinnen und Helfern (aus-)sortiert und für den Verkauf in den Tafel-Läden gerichtet. Die Kunden zahlen nur einen geringen Obolus von meist einem Viertel des ursprünglichen Ladenpreises oder weniger. Damit jedoch ist für die Tafeln keine Kostendeckung erreicht: Sowohl die Tafel der Caritas als auch die Tafeln des DRK sind grundsätzlich defizitär und erreichen nur mit viel ehrenamtlichem Einsatz und kluger Logistik und Planung und nicht zuletzt durch Quersubventionierung der Trägerverbände eine schwarze Null.

Über diese Hintergründe ließen Nikolas Löbel und CDU-Stadtrat Thomas Hornung sich ausführlich informieren von Caritas-Vorstand Roman Nitsch und dem ehrenamtlichen Tafel-Leiter Karl-Heinz Moll sowie beim DRK vom hauptamtlichen Tafel-Leiter Hubert Mitsch. Sie erklärten den organisatorischen Aufwand im Hintergrund, erläuterten die Strukturen und das jeweilige Vorgehen. So gibt es den Unterschied, dass bei der Caritas-Tafel bedient wird, während bei den DRK-Tafeln Selbstbedienung herrscht. In beiden Fällen wird darauf geachtet, dass die eingekauften Mengen der Anzahl der berechtigten Personen entsprechen. Die sind in Mannheim bunt gemischt: Großfamilien, Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner, Arbeitslose; Menschen mit und ohne Migrationshintergrund halten sich den Angaben der Organisationen zufolge in etwa die Waage. Kommt es vor Ort zu Konflikten, was vorkomme, aber bislang nicht zum Problem geworden sei, schaffe man es, dies unmittelbar oder über Regelungen beim Anstehen, beim Einlass ins Geschäft und dergleichen zu regeln.

Beim Besuch der Tafeln wurde nicht nur geredet – Nikolas Löbel hat auch mit angepackt. In der Waldhof-Tafel stellte er sich für einige Zeit hinter den Tresen und half bei Ausgabe und Verkauf der Lebensmittel. So kam er außer den Helferinnen und Helfern auch mit Betroffenen ins Gespräch. „Das war eine wichtige Erfahrung, und es waren wertvolle Einblicke für mich“, erklärte Löbel. Die Hinweise und Anregungen der Tafel-Verantwortlichen, wie man Bürokratie, Gebühren und sonstige Aufwände für die Tafeln senken könnte, so dass sie ihre Arbeit ohne allzu große finanzielle Defizite fortsetzen können, nimmt Löbel mit nach Berlin und in die Mannheimer Kommunalpolitik.

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