Sommertour 2018: Mannheim von Nord nach Süd und von A bis Z

8 Tage, 16 Termine, 32 Grad im Schatten: Meine erste Sommertour als direkt gewählter Mannheimer Bundestagsabgeordneter hat ihrem Namen alle Ehre gemacht, denn erstens ist dieser Sommer ein richtiger Sommer, und zweitens waren meine Gespräche, Veranstaltungen und Unternehmensbesuche im Laufe einer guten Woche so über die Stadt verteilt, dass eine richtige Tour de Mannheim daraus wurde. Die Themen waren vielfältig – von A wie Automatisierung in der Industrie bis Z wie Zulagen für Erzieherinnen und Erzieher an Kindertagesstätten. Hier der Kurzbericht:

Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit

Ein Schwerpunkt meiner Sommertour lag auf der Politik für Kinder und Jugendliche. Mit der freien Jugendhilfeeinrichtung Freezone, dem städtischen Jugendtreff Erlenhof und dem Verein Jugendtheatergruppe Mannheim 2016 e.V. besuchte ich drei Einrichtungen, die auf ganz unterschiedliche Weise junge Menschen fördern, einbinden und unterstützen. Freezone in Trägerschaft des Johann-Peter-Hebel-Heimes gibt jungen Leuten Wärme – physikalische wie menschliche Wärme, oder anders gesagt: Jugendliche und Heranwachsende, die aus unterschiedlichsten Gründen aus der Bahn geraten sind, bekommen bei Freezone in der „Filsbach“, einem Teil der Mannheimer Quadrate, sowohl ein Obdach als auch Hilfe – und in mittlerweile fast 40 Fällen sogar einen Schulabschluss, wo dies eigentlich nicht mehr schaffbar schien. Wichtig für eine Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit ist der Zuschuss der Stadt Mannheim – ich werde das im Blick behalten.

Das Jugendhaus Erlenhof ist ein „Klassiker“ unter den Jugendeinrichtungen in Mannheim. Beliebt und bewährt, aber nicht ohne neue Herausforderungen durch andere Klientel und Veränderungen im Umfeld. Toll ist der Abenteuerspielplatz, 1954 als erster seiner Art am Rande der Erlenhofsiedlung in der Neckarstadt gebaut. Das Jugendtheater Mannheim 2016 e.V. ist nicht nur ein junger Verein, sondern eine junge Truppe, die Theater für junge Menschen macht: zum Nachdenken, zum Wachrütteln, zum Darüberreden, zum Mitmachen. Sie gehen an Schulen damit, und ganz nebenbei wird auch noch an Berufsbilder wir Bühnen- oder Tontechniker herangeführt. Eine tolle Sache, und so habe ich gerne die erste Schirmherrschaft des Vereins für ein Jahr übernommen. Am 22. September ist Premiere des neuen Stücks „Anna und Zef“ – Infos unter: https://www.jugendtheater-mannheim.de/termine/

Ein Thema, das mir am Herzen liegt, ist die Betreuung von Kindern in Mannheim. Die Stadt hat auf Drängen der CDU-Fraktion im Gemeinderat in den vergangen Jahren die Betreuungsquoten in der Kindertagesbetreuung kontinuierlich verbessert; nun folgt ein 30-Millionen-Euro-Ausbauprogramm, das in den kommenden Jahren mehrere Hundert Betreuungsplätze in Kinderkrippen und Kindergärten im ganzen Stadtgebiet schaffen wird. Auf Antrag der CDU hat Mannheim den Regelplatz in den Kindergärten kostenfrei gestellt; ab 2018 greift die Regelung für das zweite Kindergartenjahre, ab 2019 für das erste; das dritte ist bereits kostenlos. Eines fällt beim Thema Kinderbetreuung indes gerne hinten runter: die Belange der Erzieherinnen und Erzieher. Sie haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, und um ihre Arbeit gut machen zu können, müssen wir an einigen Stellschrauben drehen. Bei einem Gespräch mit Erzieherinnen unterschiedlicher Einrichtungen habe ich mich über das Berufsbild, die Ausbildung, die täglichen Herausforderungen in den Kindertageseinrichtungen, über Qualität in der Erziehungsarbeit, über die kleinen und großen Sorgen der Erzieherinnen aus erster Hand informiert. Solche Gespräche hinter verschlossener Tür, ohne Presse und Facebook-Posts, mögen vielleicht nicht öffentlichkeitswirksam sein. Aber sie sind sehr wichtig für meine politische Arbeit in Mannheim und in Berlin.

Industrie in Mannheim: Innovation und Arbeitsplätze

Schwerpunkt meiner Unternehmensbesuche war die Industrie. Ich wollte dahin, wo produziert wird, und das hab ich dann auch bekommen – etwas mehr sogar, als mir lieb war. In einem der ältesten Unternehmen Mannheims, der Mutterkonzern in Frankreich ist sogar eines der ältesten der Welt, habe ich die Produktion von Gussglas hautnah erleben dürfen. Draußen 32 Grad, drinnen an manchen Stellen fast das Doppelte. Das Hemd war zum Wechseln danach, aber dafür habe ich bei Saint-Gobain, der guten, alten „Spiegelfabrik“, wie die Mannheimer heute noch sagen, interessante Einblicke erhalten und auch die weitere Entwicklung des Standorts zwischen Luzenberg und Waldhof-West besprochen.

Weitere Unternehmensbesuche führten mich unter anderem zu Unilever auf die Rheinau und zu Coca-Cola. Der Getränkehersteller hat den Standort Mannheim in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut, so dass er heute zu den Top 5 in Deutschland zählt – weitere Investitionen sollen folgen. Die neue Abfüllanlage im Stadtteil Vogelstang schafft 60.000 Flaschen in der Stunde. Dimensionen, die man sich nur schwer vorstellen kann. Die Technik: made in Germany. Die Menschen: Fachkräfte aus der Metropolregion Rhein-Neckar. Das Rezept: Immer noch geheim, da bin auch ich nicht weitergekommen. Was mir persönlich gefallen hat: der Erfolg zuckerfreier und zuckerreduzierter Getränke. Auch Global Player bewegen sich – und wie!

Viele Gespräche, viele Begegnungen, viel Input

Die Sommertour brachte viele schöne Begegnungen mit vielen Menschen in ihrem Beruf, in ihrer Freizeit, in ihrem Hobby, in ihrem Ehrenamt. Ob an Infoständen auf den Wochenmärkten, beim abendlichen Grillen auf der sommerlich-belebten Neckarwiese mit mehr als 30 Gästen, beim frauenpolitischen „Ladies Lunch“ mit der Frauen-Union und der Studioleiterin des SWR Mannheim–Ludwigshafen oder bei etlichen weiteren ungenannten Terminen und Veranstaltungen: Mein Motto „Aus Mannheim. Für Mannheim“ kann ich nur mit Leben füllen, wenn die Mannheimerinnen und Mannheimer mitmachen, wenn sie mit mir sprechen, mich informieren, mir gegenübertreten, mich ansprechen. Danke dafür!

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*