Diskussionsabend über Organspende am 29. Oktober

Debatte mit Grünen-MdB Danyal Bayaz sowie mit Experten aus Wissenschaft, Medizin und Kirche

Zwei Bundestagsabgeordnete, zwei Haltungen: Angesichts der seit Jahren niedrigen Spenderzahlen soll die gesetzliche Grundlage für Organspenden noch in diesem Jahr verändert werden. Es ist eine dieser Gewissensentscheidungen, bei denen im Deutschen Bundestag über Fraktionsgrenzen hinweg diskutiert und abgestimmt wird. Ich unterstütze den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, die so genannte doppelte Widerspruchslösung. Der Schwetzinger Bundestagsabgeordnete Dr. Danyal Bayaz (Grüne) spricht sich für den Gegenentwurf aus, die Zustimmungslösung. Wir beide diskutieren nun in Mannheim die unterschiedlichen Lösungen. 

Am Dienstag, 29. Oktober, treffen wir uns bei einem Diskussionsabend unter dem Titel „Organspende – Quo Vadis“. Mit dabei sind Experten aus Wissenschaft, Medizin und Kirche: der Heidelberger Medizinethiker und Kritiker der Hirntod-Definition, Professor Dr. Axel Bauer, der Mannheimer Dekan Ralph Hartmann von der Evangelischen Kirche sowie der Transplantationsbeauftragte des Universitätsklinikums Mannheim, Dr. Thomas Kirschning. Die Veranstaltung soll die unterschiedlichen ethischen Positionen zur Organspende und die gesellschaftliche wie individuelle Relevanz des Themas beleuchten. Der Abend beginnt um 19.30 Uhr im Café Sammo in B 1, 6a (verlängerte Breite Straße). 

Hintergrund

Nach einer erste Debatte Ende 2018 beriet der Deutsche Bundestag im Juni erstmals über zwei konkurrierende Gesetzentwürfe, die jeweils von Abgeordneten verschiedener Fraktionen unterstützt werden. Der eine Vorschlag sieht vor, dass wir alle Spender werden, es sei denn, man widerspricht. Der andere Vorschlag verlangt die ausdrückliche Erklärung der Bereitschaft zur Organspende. 

Doppelte Widerspruchslösung 

Ich bin klar für den Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), in der Öffentlichkeit bekannt geworden unter dem Titel „doppelte Widerspruchslösung“. Der Vorschlag sieht vor, dass jede Bürgerin, jeder Bürger grundsätzlich zum oder zur Organspenderin bzw. -spender werden kann, wenn zu Lebzeiten kein Widerspruch erklärt wurde. Wenn zugleich auch den nächsten Angehörigen kein entgegenstehender Wille bekannt ist, gilt die Organentnahme als zulässig. Mit der Einführung dieses doppelten Widerspruchs soll ein Register erstellt werden, in dem die Widerspruchserklärungen der Bürger eingetragen werden. Der Kern dieses Vorschlags ist: Wird nichts erklärt, ist man potenzieller Spender. Damit erhofft man sich für die Zukunft deutlich mehr Spenderorgane, die viele Menschenleben retten werden. 

Zustimmungslösung

Eine Gruppe von Abgeordneten um die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock und den Grünen-Bundestagsabgeordneten Dr. Danyal Bayaz (Grüne) strebt mit ihrem Gesetzentwurf eine Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende an, macht die Menschen aber nicht automatisch zu Spendern, sondern erst dann, wenn man ausdrücklich erklärt, dass man zur Organspende bereit ist. In einem Online-Register soll die Entscheidung einfach dokumentiert werden. Sie ist jederzeit änderbar und widerrufbar. Erfolgen soll die Erklärung auf den Rathäusern bei den Bürgerdiensten. Es ist vorgesehen, dass die Hausärzte ihre Patienten bei Bedarf alle zwei Jahre über die Organ- und Gewebespenden beraten und sie zur Eintragung in das Register ermutigen sollen. 

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