Löbel fordert Corona-Hilfen für künstlerisch Selbstständige

Mannheimer Bundestagsabgeordneter will Kulturschaffende nicht in die Grundsicherung schicken

Bevor sich der Bundestagsausschuss für Kultur und Medien an diesem Mittwoch in Berlin in einem Fachgespräch mit den Folgen der Corona-Pandemie für Selbstständige in Kunst und Kultur befasst, bekräftigt der Mannheimer Bundestagsabgeordnete seine Forderung nach einem Entschädigungsfonds, der auch Künstlerinnen und Künstlern zugutekommen soll: „Das Corona-bedingte Veranstaltungsverbot kommt einem Berufsverbot gleich. Viele Tausend freie Kulturschaffende, darunter auch viele in Mannheim, können seit Monaten nicht und auch bis auf weiteres nur bedingt auftreten, sei es als Musiker oder als darstellende oder bildende Künstler. Diesen Menschen muss geholfen werden – ein Verweis auf die Grundsicherung ist jedenfalls nicht die Hilfe, die nötig ist. Von einem Entschädigungsfonds, der die Umsätze besonders hart getroffener Branchen zumindest zu einem Teil ersetzen würde, sollten gerade auch die vielen freischaffenden Künstlerinnen und Künstler profitieren, die die Kultur in unserem Land erst so vielfältig und lebendig machen“, so Nikolas Löbel.

„Künstler leben nicht vom Applaus alleine. Ich unterstütze deshalb grundsätzlich die Forderungen der einschlägigen Berufsverbände sowie des Bundesrates von Anfang Juni nach unbürokratischen Hilfen für selbstständige Kunst- und Kulturschaffende. Das Mindeste wäre eine Lösung wie in Baden-Württemberg, wo die Landesregierung den Selbstständigen die Anrechnung von 1.180 Euro Lebenshaltungskosten bei der Soforthilfe gestattete. Dazu müssten nun erst einmal die Soforthilfen verlängert werden, was für viele Betroffene vor allem im künstlerischen und Veranstaltungsbereich sowieso notwendig wäre. Und dann brauchen wir vom Bund die Zusage zur Übernahme eines Lebenshaltungsanteils bei den Soforthilfen. Oder wir entschädigen über einen Fonds zumindest einen Teil der entgangenen Umsätze. Die Betroffenen jetzt in die Grundsicherung zu schicken, halte ich jedenfalls für den falschen Weg“, sagt Nikolas Löbel.

Hintergrund:

Der Mannheimer Bundestagsabgeordnete ist stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien. Dort gibt es am Mittwoch ein Fachgespräch mit Vertretern der Kulturverbände zur Bewältigung der Pandemie-Folgen für die Kunst- und Kulturbranche. Viele künstlerisch tätige Soloselbstständige haben keinen hohen Kosten, profitieren also bisher nicht bzw. nur gering von den Corona-Hilfen. Vielfach im unteren Einkommensbereich liegend, drohen nun viele in die Grundsicherung abzurutschen.

Pressemitteilung vom 15. Juni 2020